KRITIKEN
Folglich
haben dies viele nachfolgende Interpreten dieser Sonaten als heimliche
Aufforderung verstanden, die Satz- und Vortragsbezeichnungen von Brahms wie
„amabile", „grazioso" oder „dolce" dem vermeintlich weiblich-lyrischen
Klangideal des legendären Musterbläsers aus Meiningen anzupassen. Das wissen
natürlich auch die hier zu hörenden Kammervirtuosen aus den Niederlanden.
Darüber hinausgehend nehmen sie aber auch anders lautende Anweisungen und
Akzentzeichen im Notentext, wie „appassionato", „vivace", „espressivo" oder „ben
marcato" weit über das übliche Maß hinaus rigoros beim Wort und erzielen mit
exzessiv-dynamischem Temperament fulminante, gar robuste Steigerungseffekte. Das
Ergebnis ist eine für Brahms ungewöhnliche, musikalisch absolut zu begrüßende
und überzeugende Alternativfassung dieser Werke. Zu erleben ist eine
Dramatisierung der Vision vom „Fräulein", das man schüchtern umwirbt,
bis zur
energisch-lautstarken, ja, aggressiven Auseinandersetzung mit möglichen
Nebenbuhlern. Da werden selbst ästhetische Konventionen schmeichelhafter
Klarinettenkantilene dem knallharten Fortissimo hoher Registerlagen aufgeopfert.
Gleiches gilt für die vollgriffigen, donnernden Klavierakkorde, wo immer dies
Brahms mit Bravour fordert. „Brahms – beim Wort genommen", sollte daher das
Motto dieser CD lauten und findet unsere Zustimmung.
KLASSIK-HEUTE.com
Gerhard Pätzig (17. 05. 2011)
Der unvergleichliche Lars Wouters van den
Oudenweijer gibt ihr genau das melancholisch-pastorale Flair leicht ungarisch
gefärbter Melodik, das sich mit Dodges schlanken Cello-Linien delikat verbindet.
Befreiend, wie sich das Trio für Klarinette, Violine und Klavier von Aram
Khachaturian diesem ganzen Romantik-Zauber entringt. 1930 wagt der armenische
Komponist eine Symbiose von Jazz undFolklore, eine Art Bartók-Gershwin-Mischung,
die sich mit Oudenweijers Beweglichkeit und der eindringlichen Tongebung des
Geigers Boris Brovtsyn ebenso meditativ wie inrasanten Rhythmen ausspricht.
Der Tagenspiegel (27.04.2011)
Der Klarinettist Lars Wouters van den
Oudenweijer betört mit zartesten Tönen und fein gesponnenen, scheinbar
unendlichen Legato-Linien.
Berliner Zeitung (27.04.2011)
....Sechs der oft beteiligten Musiker,
darunter der Klarinettist Lars
Wouters van den Oudenweijer, haben nun Kammermusik mit
Klarinette von
Hindemith eingespielt, die überwiegend im amerikanischen Exil entstanden ist:
Werke mit überraschend viel Leidenschaft und Witz, melodischem Reichtum und
Lakonik,
musiziert mit Hingabe und Feingefühl. (Concerti December 2009)
Spectrum Concerts Berlin, concert Kammermusiksaal 3 januari
Matthias Nöter, Berliner Zeiting 5 januari 2010:
“(…) die ‘Kontraste’ für Klarinette, Violine und Klavier von Béla Bartók, in denen Klarinettist Lars Wouters van den Oudenweijer in Bezug auf dynamische Flexibilität, Weichheit und Klangschönheit in allen Registern nichts zu wünschen übrig lieb.”
Für extreme Kontraste sorgte im Kammermusiksaal der Klarinettist Lars Wouters van den Oudenweijer, den Spectrum Concerts eng verbunden. Seine Technik ist nicht nur von äußerst seltener Perfektion, sie zeigt in jeder Lage Feinsinn und Geschmeidigkeit geradezu sensationeller Art. Und vermeidet konsequent Klappengeräusche und ähnliche Unarten. Oudenweijer nutzt die Klarinette nicht als Instrument, sondern als zusätzliches Körperorgan; eleganter und natürlicher ist sie nicht zu handhaben. (Berliner Morgenpost 05-05)
Ähnlich eindrucksvoll gelangen van den Oudenweijer und Blumenthal Bergs Vier Stücke für Klarinette und Klavier. Die außerordentlich sorgfältige Interpretation schärfte weniger die Kontraste zwischen den Stücken, als dass sie eine zugrundeliegende Stimmung variierte. Dabei bestach besonders van den Oudenweijers Ton: Trotz großer Geschmeidigkeit und Weichheit ist er nie in Gefahr, in romantischer Behaglichkeit zu verfetten, er bleibt schlank und wendig (Berliner Zeitung 05-05)
Lars Wouters van den Oudenweijer fügt in Aaron Coplands Sextett den frechen, kaltschnäuzigen Großstadtton hinzu, macht mit Emmanuel Pahud auch Elliott Carters Duo „Esprit Rude/Esprit Doux“ zur geistreichen Unterhaltung! (Tagesspiegel 09-05)